Weiterhin kein internationales Hilfeersuchen Japans. Erkundungsteam von I.S.A.R. Germany kehrt nach Deutschland zurück
Das Erkundungsteam der Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany kehrt aus Japan nach Deutschland zurück. „Auch zwei Tage nach dem Erdbeben gibt es noch kein internationales Hilfeersuchen der japanischen Regierung“, begründet I.S.A.R. Präsidentin Daniela Lesmeister die Rückkehr der Helfer.
Lediglich aus den USA, Neuseeland, Australien, Korea und aus Staaten mit denen bilaterale Vereinbarungen getroffen wurden, seien Rettungsteams angefordert worden. Außerdem setzt Japan tausende Soldaten in der Katastrophenregion ein. Nach Erkenntnissen des I.S.A.R. Erkundungsteams hat sich Japan offenbar dafür entschieden, mit Hilfsteams aus der Region und mit eigenen Kräften die Katastrophe zu bewältigen. Aufgabe des Erkundungsteams war es, die Lage in Japan zu beurteilen und in enger Abstimmung mit den japanischen Behörden, einen möglichen Einsatz weiterer I.S.A.R. Spezialisten vorzubereiten. Dabei ging es um eine Einheit zur Suche, Rettung und medizinischen Versorgung von verschütteten Menschen. Im Gegensatz zum Erkundungsteam, kann eine solche Spezialeinheit aber nur auf ausdrücklichen Wunsch der jeweiligen Regierung in ein Katastrophengebiet reisen. „I.S.A.R. ist eine durch die Vereinten Nationen für Search and Rescue-Einsätze zertifizierte Organisation. Dies bedeutet, dass sich strikt an die internationalen Regeln im Katastrophenfall gehalten werden muss. Dazu zählt auch, dass die Vorgaben der japanischen Regierung bindend sind“, erklärt Lesmeister. „Ohne Hilfeersuchen ist es deshalb auch nicht möglich, eine Search and Rescue-Einheit nach Japan zu entsenden.“
Eine wichtige Rolle für die Entscheidung zur Rückkehr des Erkundungsteams spielt auch der Zeitfaktor. Anbetracht der benötigten Zeit zwischen Alarmierung, Flug und Transport in das Katastrophengebiet, wäre es inzwischen kaum mehr möglich, eine entsprechende Spezialeinheit schnell genug von Europa aus in das Erdbebengebiet zu bringen. Unabhängig davon, spitzt sich die Lage im Atomkraftwerk Fukushima weiter zu. Die japanische Regierung schließt inzwischen eine Kernschmelze nicht aus. In der japanischen Provinz Miyagi haben Atomexperten Medienberichten zufolge eine 400 Mal höhere Radioaktivität als normal gemessen.
In den nächsten Stunden und Tagen wird deshalb die Abwehr atomarer Gefahren für die Bevölkerung im Mittelpunkt der Rettungsarbeiten stehen. Dies ist Aufgabe anderer Spezialeinheiten, für die alle zur Verfügung stehenden Ressourcen, z.B. für den Transport der Teams, freigehalten werden sollten.
Durch die Experten im I.S.A.R. Germany Informations- und Lagezentrum wird die Lage in Japan weiterhin ständig beobachtet. Sollten sich neue Ansatzpunkte für einen Einsatz - insbesondere von medizinischem Personal - ergeben, werden wir Sie umgehend informieren. Für Rückfragen sind wir aber jederzeit über folgende Rufnummer zu erreichen:
Informations- und Lagezentrum: +49 2841 / 9 79 02 16








