Geschichtlicher Hintergrund der Hilfsorganisation I.S.A.R.

2003 - I.S.A.R Germany wird gegründet

Im Juni 2003 wurde I.S.A.R. Germany durch Mitglieder der Feuerwehrrettungshundestaffel Duisburg gegründet.

Da die meisten Gründungsmitglieder bereits Erfahrungen im Search-and-Rescue-Auslandseinsatz im Rahmen der Tätigkeit für andere Hilfsorganisationen sammeln konnten, war die Idee entstanden, eine eigene Organisation für diesen Aufgabenbereich zu gründen.

Durch die Gründung von I.S.A.R. Germany sollte eine kleine und flexible Einsatzeinheit entstehen, deren Handlungsweisen nicht durch Bürokratismus verlangsamt werden.

Der Weg von der Gründung zu einer einsatzfähigen Einheit wurde durch viele Förderer begleitet. Sämtliche Ausrüstungsgegenstände und Einsatzmittel wurden durch Spendengelder beschafft. Durch die zusätzliche unermüdliche, ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder von I.S.A.R. Germany, konnte bereits ein Jahr später die Einsatzfähigkeit des Search-and-Rescue-Teams erlangt werden.

2004 - I.S.A.R. Germany wird Mitglied der INSARAG

I.S.A.R. Germany wurde im Mai 2004 durch die INSARAG (International Search and Rescue Advisory Group) akkreditiert, da sie die durch INSARAG aufgestellten Guidelines (Richtlinien) erfüllte. Somit gelang es I.S.A.R. Germany als einzige Nichtregierungsorganisation in Deutschland, Mitglied der INSARAG zu werden.

2005 - Die Flutkatastrophe in Thailand

In den Monaten Dezember 2004/Januar 2005 erfolgte die erste Bewährungsprobe für I.S.A.R. Germany nach der verherrenden Flutkatastrophe in Thailand. Ein Search-and-Rescue-Team wurde in Phuket eingesetzt, bei dem jedoch kein Überlebender unter den Trümmern geortet werden konnte.

Jedoch beteiligte I.S.A.R. Germany sich an einem Wiederaufbauprojekt eines Fischerdorfes auf Phuket. Durch die Bereitstellung von finanzieller und personeller Unterstützung konnten obdachlos gewordene Fischer ihr neues Zuhause noch vor Beginn des Sommers 2005 beziehen.

2005 - 2010 I.S.A.R. entsendet Search- and Rescue- sowie medizinische Teams nach Pakistan, Peru und Haiti

Nach den starken Erdbeben in Pakistan im Oktober 2005 wurde ebenfalls ein Search-and-Rescue-Team entsandt. Am 5. Tag nach dem Erdbeben konnten die Suchhunde von I.S.A.R. Germany zwei Kinder unter den Trümmern einer Jungenschule orten. Den Bergungsspezialisten von I.S.A.R. Germany gelang es nach stundenlanger Arbeit, zwei Jungen lebend unter den Trümmern zu befreien.

In Pakistan sammelte das Team aber auch die Erfahrung, dass es Erdbebenopfer in den ersten Stunden nach einer Katastrophe insbesondere auch an medizinischer Versorgung mangelt. Aus diesem Grunde entwickelte sich I.S.A.R. Germany weiter und stellte neben dem Such-und-Rettungsteam auch ein medizinisches Einsatzteam auf. Hierbei zeigte es  sich von unschätzbarem Vorteil, dass die meisten Einsatzkräfte über eine medizinische Zusatzausbildung verfügen.

Durch die Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation „action medeor“ aus Tönisvorst wird das medizinische Team bei jedem Einsatz mit einer Tonne medizinischem Material - welches nach WHO-Vorgaben zusammengestellt ist - unterstützt.

Im Jahr 2007 wurde das Search-and-Rescue-Team von I.S.A.R. Germany als erstes Team weltweit durch die Vereinten Nationen, namentlich der INSARAG, als sogenanntes „Medium-Team“ zertifiziert.

Haiti als bislang größte Herausforderung der I.S.A.R. Germany

Das medizinische Team kam dann auch bereits im Jahr 2007 nach dem schweren Erdbeben in Peru zum Einsatz. Nach den schweren Erdbeben in Indonesien im Jahr 2009 und in Haiti im Jahr 2010 entsandte I.S.A.R. Germany ebenfalls ein Search-and-Rescue- und medizinisches Team. Hierbei stellte der Einsatz in Haiti die bislang größte Herausforderung an I.S.A.R. Germany dar.

Gemeinsam mit belgischen Kollegen wurde ein Feldlazarett betrieben, in dem bis zur Übergabe an eine nachfolgende Organisation 700 Schwerverletzte behandelt wurden.

Gezielte humanitäre Hilfe

In dem vom schweren Erdbeben heimgesuchten Haiti, der Flüchtlingskatastrophe in Lybien und der Hungersnot in Ostafrika wurde I.S.A.R. im Jahr 2011 tätig.

 

Heute ist I.S.A.R. Germany bestrebt, das Aufgabengebiet ständig zu erweitern. Ganz nach dem Motto: „Stillstand ist Rückschritt“.

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Tim Poluzyn
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